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Neu im Berufsleben

Dienstag, 24. August 2010

Vor ziemlich genau 8 Jahren und vier Monaten – ich war gerade fertig mit der Bundeswehr – fing für mich ein neuer, großer und spannender Lebensabschnitt an. Mein Eintritt ins Berufsleben.

Damals arbeitete ich, um in der Zeit bis zum Studium ein paar Kröten zur Verfügung zu haben, so aushilfshalber in einer kleinen IT-Klitsche zwei Orte weiter. An meinem ersten Tag war ich furchtbar nervös und eingeschüchtert – ich hatte ja keine Ahnung, was mich erwartete. Aber ich war hochmotiviert und hatte mir fest vorgenommen, mich von der allerbesten Seite zu präsentieren und bloß keinen Fehler zu machen. Also warf ich mich morgens in meine beste Klamotte (Anzughose, viel zu weites Hemd, nicht passendes Sakko), sprach mit meinem Spiegelbild noch mal durch, wie ich mich den neuen Kollegen und dem neuen Chef so vorstelle und machte mich auf den Weg.

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Hä?

Dienstag, 02. März 2010

Im Nebenzimmer wird gerade aufgeregt diskutiert, wie unser ganz frisch installierter Wasserspeierspender denn jetzt schon ‘nen Schaden im Display haben kann.

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Ich finde es ja eigentlich viel kurioser, dass das Wasser, das ‘rauskommt, beim zweiten Knopf 23°C hat und beim ersten – dem roten mit den Flammen über dem Glas! – nur 22°C. Und dass es faktisch keinen Unterschied zwischen den beiden rechten Dingern gibt.

So oder so: für Diskussionsstoff sorgt das Gerät allemal – davon abgesehen kann’s glaub ich gar nix (zumal kein Meter nebendran ein Spülbecken hängt, das alle Temperaturen von 5 bis 40°C beherrscht).

Alles wird gut

Freitag, 05. Februar 2010

Bis gerade eben hatte ich noch ein bisschen Angst vorm Wochenende.

Da findet nämlich ein wichtiger Umbau an einem unglaublich kritischen System eines Kunden statt, und dummerweise habe ich bei diesem Projekt wie man so schön sagt den Hut auf, sprich: ich bin der verantwortliche Techniker für den ganzen Umbau. Und weil das System extrem kritisch ist und ein Ausfall sehr sehr schlecht wäre (nur mal so als Hausnummer: täglich ~15 Millionen Zugriffe aus dem gesamten Internet), wurde beschlossen, dass das nur am Sonntag von 00:00 – 08:00 Uhr gemacht werden kann.

Okay, jetzt arbeite ich zwar nachts generell recht produktiv, aber wenn ich bis 8 durchmache, macht mein Hirn auch nur noch eins… und zwar dicht. Vor 22:00 Schlafen gehen klappt bei mir aber auch nicht so richtig, also bleibt mir wohl nix anderes übrig als mich mit nem halben Kilo Schoka Cola aufgelöst in 2 Litern Red Bull über Wasser zu halten.

Dann war noch die Vorbereitungszeit eher knapp bemessen, und außerdem sind diese Woche (in der ich mir alles noch mal genau durch den Kopf gehen lassen wollte) noch etliche andere ganz ganz dolle dringende Projekte aufgepoppt, weshalb ich mich momentan ein wenig unvorbereitet fühle… vermutlich würde trotzdem alles glatt laufen, aber: kennt ihr dieses nagende Gefühl, nicht alles unter Kontrolle oder vielleicht irgendwas nicht bedacht zu haben? …genau!

Na wie dem auch sei: gerade hat man festgestellt, dass am Sonntag überhaupt niemand vor Ort ist, um im Zweifelsfall einzugreifen, wenn für den unwahrscheinlichen Fall, dass was schiefgeht… also wurde die ganze Geschichte kurzerhand vertagt.

Und ich habe wieder ein ganzes Wochenende zum entspannen, und nächste Woche genug Zeit, mir noch mal jedes kleine Detail in aller Ruhe anzuschauen.

Alles wird gut.

Bleibt alles anders

Sonntag, 01. November 2009

Seit heute habe ich einen neuen Arbeitgeber. Und das ganz ohne Bewerbung, Vorstellungsgespräch und den ganzen Quatsch.

Cool, wa?

Subtiler Büroscherz

Dienstag, 27. Oktober 2009

Dauert ein bisschen, gell?

Wie war ich, Schatz?

Dienstag, 13. Oktober 2009

Grr… gerade erfahren, dass ich von einer meiner Projektleiterinnen dazu ausgewählt wurde, ihre Arbeit gegenüber ihrem Chef zu bewerten. Wohl weil ich immer so geduldig, freundlich und eigentlich generell positiv eingestellt bin.

So was ist in der Regel ja auch gar kein Problem. Ich kann mich einigermaßen gewählt ausdrücken und bilde mir schon ein, dass ich eine ganz okaye Menschenkenntnis habe und meinen Gegenüber dementsprechend auch gut einschätzen kann. Konstruktive Kritik ist voll mein Ding.

Das Problem dabei ist nur: die kann nix! Ganz ehrlich. Sie ist zwar unglaublich nett, und menschlich komme ich auch prima mit ihr klar, aber fachlich ist sie einfach ‘ne Niete. So sehr, dass der Flurfunk schon munkelt, dass sie sich bald nach ‘nem neuen Job umschauen darf.

Und jetzt hocke ich hier und überlege, wie ich das jetzt ordentlich formuliert bekomme, so dass es nicht zu vernichtend klingt. Auf Englisch. Natürlich.

Jetzt weiß ich, wie sich Personalchefs fühlen, wenn sie Arbeitszeugnisse für nicht so gute Mitarbeiter schreiben müssen.

(Frage in die Runde: Was würdet ihr denn machen? Ganz offen die Wahrheit schreiben? Schön verklausulieren á là “sie war stets bemüht…”? Nur über die positiven Eigenschaften schreiben, oder gleich ganz lügen? Keep in mind: sie hat ihrem Chef vorgeschlagen, dass ich – neben anderen, natürlich – sie bewerten soll!)

Arschgeigen

Montag, 10. August 2009

Boah, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sauer ich gerade bin. Vor ein paar Minuten kam folgende Mail rein:

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

im März dieses Jahres hat das Executive Council (…) in Anbetracht der globalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Kostensparmaßnahmen beschlossen, die die finanzielle Flexibilität erhöhen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken sollen. Diese Maßnahmen sehen auch eine Reduzierung der Basisgehälter vor.

(…)

Für alle (…) Mitarbeiter soll eine Umsetzung auf freiwilliger Basis (…) erfolgen. Bitte beachten Sie: Für Mitarbeiter (…) ist eine Gehaltsreduzierung um 5% vorgesehen.

(…)

Die Gehaltsreduzierungen sind permanent

(…)

Bitte antworten Sie spätestens bis zum 28. August 2009

(…)

Diese Zeiten stellen an uns alle hohe Ansprüche. Es ist unser erklärtes Ziel, dass wir aus dieser Krise als starkes Unternehmen hervorgehen werden. Wir setzen auf Ihr Verständnis und danken Ihnen für Ihr Engagement!

Mit freundlichen Grüßen

Hey klar, kein Ding. Der Firma geht’s schlecht, da müssen halt alle verzichten. Und schließlich ist der Gehaltsverzicht ja auch freiw… äh Moment: wie hart trifft uns diese “Krise” noch mal? Wie schlecht ging’s der Firma?

Ach ja, stimmt: DIE HAT IM LETZTEN QUARTAL WEIT MEHR ALS EINE MILLIARDE EURO REINGEWINN GEMACHT.

Nee, klar: da kann man schon mal fragen, ob da nicht jemand vom Fußvolk auf ein bisschen Kohle verzichten mag.

Besser spät als nie

Donnerstag, 06. August 2009

Gerade eine Mail von meinem ehemaligen Ausbilder bekommen:

Hallo Ralf,

wenn du noch Wert auf dein Ausbildungszeugnis legst, kannst du es bei mir abholen.

Gruß xxx

Jau, bin ja auch erst seit 4 Jahren fertig mit der Ausbildung.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

Freitag, 03. Juli 2009

Nach nun mehr vier Wochen ist unser Streik (vorerst) rum.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde wohl nach harten Verhandlungen ein Kompromiss zwischen Gewerkschaften, Betriebsrat und Geschäftsleitung geschlossen.

Auf den ersten Blick hört sich vieles gut an, aber wenn man die einzelnen Punkte genauer hinterfragt, zeigt sich, dass hier nicht alles eitel Sonnenschein ist. Hat auch niemand erwartet, klar. Trotzdem sind viele Kollegen der Meinung, dass wir hier nicht wirklich viel erreicht haben, und dass dieser Kompromiss zum Interessenausgleich kein guter ist.

Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll… ein paar Punkte klingen nicht schlecht. Andere dafür schon. Ich werde wohl erst mal warten, bis ich das komplette Ergebnis schwarz auf weiß vor mir liegen habe.

Nächste Woche wird urabgestimmt, ob der Streik fortgesetzt wird, oder ob wir mit dem Ergebnis zufrieden sind… wir werden sehen.

Streik

Mittwoch, 17. Juni 2009

Weil ich in letzter Zeit oft danach gefragt werde: ja, seit knapp 2 Wochen befinden wir uns im Streik. Leider zeigt sich unsere Geschäftsleitung immer noch nicht bereit, einigermaßen auf Augenhöhe mit uns – den Beschäftigten bzw. unseren gewählten Vertretern – zu verhandeln. So war es dann auch kein Wunder, dass bei der Urabstimmung vor ungefähr 3 Wochen mehr als 90% der (gewerkschaftlich organisierten) Kollegen FÜR einen Streik gestimmt haben.

Tja, und seitdem stehen wir regelmäßig draußen vor den Toren, hören uns eine Menge Reden an, versuchen Streikbrecher umzustimmen (oder wenigstens deren Beweggründe kennenzulernen), und… arbeiten einfach nicht. Und ich betone das noch mal: wir machen das mit heftigen Bauchschmerzen – niemand von uns lässt gerne die Kunden im Stich, und niemand macht das weil es ihm so furchtbar Spaß macht, mal nicht im Büro rumhängen zu müssen… wir sehen nur absolut keine andere Möglichkeit, unsere berechtigten Interessen (wir erinnern uns: die Firma schreibt schwarze Zahlen, schmeißt aber deutschlandweit knapp tausend Leute raus!) durchzusetzen.

Mir jedenfalls macht das absolut keinen Spaß, und ich hoffe jeden Tag, dass unser hohes Management sich endlich mal von seiner Blockadehaltung verabschiedet und zumindest an den Verhandlungstisch kommt… das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?