Vor ein paar Tagen habe ich’s tatsächlich geschafft, eBay davon zu überzeugen, dass ich wirklich ich bin – und nicht ein mutierter Internetzombiepirat mit geräuberter Identität oder so. War auch schwierig genug.
Also habe ich schnell alle meine alten DVDs, die Grafikkarten und das Navi, das wir in Las Vegas gekauft hatten, zum Verkauf eingestellt, mit tollen wahnsinnig verkaufsfördernden Texten versehen und überall 1 € als Startgebot festgelegt. Hat soweit auch prima geklappt.
Jedenfalls bis es an die Versandkosten ging. eBay ist nämlich der Meinung, dass ich für DVDs, Computerspiele und eine ganze Latta an anderem Krempel keine Versandkosten verlangen darf. Das Formular lässt auch gar keinen anderen Wert als Null Euro zu. Die Begründung dafür muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
Zu hohe Versandkosten sind für viele Käufer der häufigste Grund, doch nicht online einzukaufen. Im eCommerce-Bereich hat sich daher zusehends kostenloser Versand als Marktstandard durchgesetzt.

Ähm ja, stimmt… ABER VERDAMMT NOCH MAL DOCH NICHT, WENN ICH ALS PRIVATPERSON MEINE GEBRAUCHTEN DVDs VERKAUFEN WILL!!! So was albernes: wenn also meine Bab5-DVD für einen Euro weggeht, soll ich noch 3 Euro Versandkosten drauflegen?! Hallo eBay, noch alles frisch bei euch?!
Wenn ihr mich fragt, steckt da was ganz anderes dahinter: eBay verlangt für jeden erfolgreich verkauften Artikel eine Provision von ein paar Prozent. Von den festgelegten Versandgebühren bekommt eBay natürlich nichts.
Wenn ich früher – als die Welt noch in Ordnung war und man so was schrieb wie “eBay zahle ich, Porto ihr” – eine DVD für 1€ Euro verkauft habe, dann hat eBay davon 8% also 8 Cent bekommen, und ich vom Käufer zusätzlich zwoachtzich für den Versand. Netto blieben also für mich 92 Cent vom Verkaufserlös übrig.
Heute muss ich die 2,80 von vorneherein auf den Verkaufspreis draufrechnen, und lege also ein Mindestgebot von 3,80 fest. Angenommen, es findet sich auch hier ein Bieter, dann verdient eBay von den 3,80 wieder 8%. Also knapp 30 Cent. Ich muss das Paket natürlich trotzdem für 2,80 versenden. Demnach habe ich statt 92 Cent heute nur noch 70 Cent. Also nur noch ungefähr 75%.
Ein weiterer Punkt: natürlich setzt jetzt niemand das Startgebot auf 3,80 – Startgebot 1 Euro ist weiterhin der Standard. Und so kann’s passieren, dass man am Ende noch drauflegt, obwohl ein positiver “Erlös” zustande gekommen ist… danke Ebay!
Tja, und weil ich diese dämliche Geschäftspraxis nicht unterstützen möchte, mache ich das so: “meine DVD-Auktionen sind nur für Selbstabholer. Gegen eine kleine Servicegebühr von 2,80 € kann ich die Scheiben aber gerne versenden”.
Ralle eins – eBay null!