Lost in Beijing
Donnerstag, 24. September 2009Nachdem wir uns die Mauer angeschaut hatten (die ich jetzt nicht soo spektakulär fand), ging’s abends noch mit dem künftigen Bräutigam durch die Kneipen Pekings. Der Plan war, dass wir nicht allzu lange machen, weil am nächsten Morgen um 12:00 Uhr der Bus in Richtung Dezhou fahren würde, wo dann die Trauung stattfinden sollte…
… tja, was soll ich sagen. Hat nicht ganz funktioniert.
Im Bett waren wir nämlich erst kurz nach Sonnenaufgang. Also so gegen sieben. Oder acht. Wasweißich. Der Abend wurde jedenfalls sehr lang, was vielleicht auch etwas der Tatsache geschuldet war, dass wir irgendwann beschlossen hatten, aufgeteilt auf zwei Taxis weiter zu irgend ‘nem Club zu fahren.
Dummerweise fuhr schon an der ersten Kreuzung ein Taxi nach rechts und das andere nach links. Fortan waren wir drei Jungs aus dem zweiten Taxi also auf uns alleine gestellt. Und das sollte auch den Rest des Abends so bleiben.
Habe ich eigentlich schon erzählt, dass der einzige von uns, der mehr als zwei Wörter Chinesisch spricht, der Bräutigam ist? Nein? Ok: der einzige von uns, der mehr als zwei Wörter Chinesisch spricht, ist Christian. Und jetzt ratet mal, in welchem Taxi der saß…
… genau.
Nicht in unserem. Aber auch egal. Der Abend wurde trotzdem sehr lustig. Details erspare ich euch an dieser Stelle. Kann mich eh nicht mehr alles erinnern. So im Nachhinein fällt auf, dass auf verdammt vielen Fotos, die wir an diesem Abend geschossen haben, dieser lustige Herr drauf ist:
So wie’s aussieht haben wir den wohl irgendwann irgendwo aufgegabelt und haben mit ihm ‘ne kleine Kneipentour gestartet. Wenn ich mich richtig erinnere aber keine sonderlich erfolgreiche. Der Typ hatte auch keine große Ahnung, wo in Peking was geht.
So oder so haben wir es sogar irgendwie geschafft, am Ende alle ungefähr zur gleichen Zeit wieder im Hotel aufzulaufen, um dort hundemüde in die Betten zu fallen und direkt einzuratzen. Alle außer Christian, dessen Bude ein paar Meter entfernt vom Hotel liegt. Der hat natürlich zu Hause gepennt.
Und weil um 12:00 ja der Bus fahren sollte, waren wir auch alle um elf Uhr morgens wieder einigermaßen wach. Okay, nicht sonderlich fit, aber immerhin so wach, dass wir uns zum Bus schleppen konnten.
Fast alle jedenfalls. Ratet mal, wer nicht…
… genau. Alle waren da. Eltern, Freunde, Kommilitonen… nur Christian nicht.
Am Tag seiner Hochzeit. Na prima! Natürlich haben wir versucht, ihn irgendwie zu erreichen, aber sowohl Telefon als auch Türklingel blieben unbeantwortet. Und das eine Stunde bevor der extra für uns gecharterte Bus losfahren sollte (übrigens ab der Uni, die mindestens 30 Minuten entfernt liegt).
(… Fortsetzung folgt)







