Gerade mache ich es mir auf dem Sofa bequem, nippe noch mal an meinem Tee, wickle mich in diese ungemein bequeme Wolldecke, die mir Pia vorletztes Jahr zu Weihanchten geschenkt hat… oder war’s zum Geburtstag? Naja, ist ja auch egal: ich wickle mich also in diese Decke, schnappe mir Band 5 vom Lied von Eis und Feuer, und tauche gerade ab in die wilde Welt der sieben Königslande, als es an der Haustür klingelt.
Das passiert jedes Mal, wenn ich es mir so richtig bequem mache, und jedes Mal ist es das gleiche Spiel:
“Ja hallo?”
“Hallo, entschuldigen sie. Wissen sie, ob in diesem Haus ein Dieter Klabuster wohnt?”
“Ja, eine Klingel über uns. Die wo Schulze dransteht.”
“Okay, danke. Dann probiere ich’s da mal.”
Natürlich wohnt in diesem Haus niemand namens Schulze… jedenfalls nicht mehr. Laut unseren anderen Nachbarn hieß der Vormieter der Klabusters so, und die haben beim Einzug kein Klingelschildupdate durchgeführt. (Natürlich auch nicht am Briefkasten.)
Aber offenbar sind Klabusters sowieso ganz gerne unter sich – egal, wie oft es bei ihnen klingelt (die Wände sind recht dünn, wir können die Klabusterklingel von hier unten hören), sie öffnen nie die Tür. Besser noch: als ich letztens das Ordnungsamt ins Treppenhaus gelassen habe, stand sie eine halbe Stunde später auf der Matte und hat mich belehrt, dass ich künftig keine Fremden mehr zu ihnen duchlassen solle. Aber das ist eine andere Geschichte…
Naja, vielleicht sind sie ja im Zeugenschutzprogramm. Oder Geheimagenten oder so.
So oder so werde ich ab sofort jede Frage nach Klabusters mit “Bei Schulze. Klingeln sie ruhig ein paar Mal, die sind auf jeden Fall zu Hause” beantworten.
Ich hasse es, beim Faulenzen gestört zu werden!